Mehr Lebensqualität für Menschen mit COPD: Neue Leitlinie empfiehlt erstmals Endobronchialventile

Freising, 12. März 2018 (dk) – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hat Ende Januar ihre neue COPD-Leitlinie1 veröffentlicht und ist damit die erste deutsche Fachgesellschaft, welche die Behandlung mit Endobronchialventilen bei COPD-Patienten mit schwerem Lungenemphysem empfiehlt. „Meine Patienten berichten, dass sie durch die Ventile deutlich an Lebensqualität gewinnen. Die Empfehlung der DGP bestätigt unsere jahrelange positive Erfahrung mit der Ventiltherapie“, erläutert Prof. Felix Herth, Pneumologe und Mitautor der Leitlinie.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD ist eine weitverbreitete Erkrankung der Atemwege, von der in Deutschland etwa 8-12 % der Bevölkerung betroffen sind – Hauptrisikofaktor ist das Rauchen.2,3,4 Beim Lungenemphysem, einer schweren Form von COPD, ist das Lungengewebe unwiederbringlich zerstört, was zu starker Kurzatmigkeit und Atemnot führt. Alltägliches, wie Spazierengehen, Einkaufen oder das Spielen mit den Kindern und Enkeln, wird zur Herausforderung und kann zu extremer Erschöpfung führen. „Das Atmen fiel mir so schwer, dass ich am liebsten tagelang nicht geatmet hätte,“ beschreibt ein COPD-Patient seine Erkrankung. „Ich hatte Angst und wusste nicht, was ich machen sollte.“ 

Ventile verbessern spürbar die Lebensqualität

Um Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem zu behandeln, empfiehlt die DGP in der neuen COPD-Leitlinie auch Endobronchialventile. Die positive Empfehlung der DGP basiert in erster Linie auf Ergebnissen aus klinischen Studien – vor allem zu einem bestimmten Endobronchialventil – dem Zephyr®-Endobronchialventil (EBV®). Zephyr-EBVs sind kleine Implantate, die in einem etwa 60-minütigen Eingriff in die Lunge eingesetzt werden, ohne dass hierzu Schnitte in der Haut notwendig sind. Das Volumen in den erkrankten Bereichen der Lunge wird weniger. Die gesünderen Bereiche können sich ausdehnen und effizienter arbeiten, wodurch wieder mehr Luft in die Lunge gelangen kann. Dabei ist es unerheblich, ob das Emphysem gleichmäßig oder ungleichmäßig in der Lunge verteilt ist.1 Bei Bedarf kann das Zephyr-EBV wieder entfernt werden, wodurch zukünftige Therapieoptionen erhalten bleiben.

Die Behandlung hat gezeigt, dass sie COPD-Patienten ermöglichen kann, wieder besser zu atmen, aktiver im Alltag zu sein und eine höhere Lebensqualität zu genießen. „Meine Frau und ich unternehmen jetzt wieder eine Menge zusammen – Radfahren, Schwimmen und all das, was eine normale Familie tut“, beschreibt ein Patient von Prof. Herth seinen Alltag nach der Behandlung.

Die richtige Therapie für den richtigen Patienten

Die passende Therapieform für den jeweiligen Patienten zu ermitteln ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Der COPD-Patient kann seinen Facharzt darauf ansprechen, ob die Zephyr-EBV-Therapie für ihn geeignet ist. Der behandelnde Facharzt testet die Lungenfunktionen und überweist den Patienten an ein spezialisiertes Behandlungszentrum, wenn die Kriterien grundsätzlich erfüllt sind. Im Behandlungszentrum werden weiterführende Tests durchgeführt – u. a. um eine Kollateralventilation,  einen Luftstrom zwischen benachbarten Lungenlappen, auszuschließen. Die DGP empfiehlt die Ventil-Therapie nachdem herkömmliche Behandlungsoptionen, wie Medikamente, ausgeschöpft wurden und Patienten die Kriterien für die Implantation erfüllen.

Weitere Informationen über das Zephyr-Endobronchialventil und das Verfahren finden Sie in der Patientenbroschüre oder unter den FAQ.

 

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Referenzen

  1. DGP, Diagnostik, Prävention und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), 2018; www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-006.html. Letzter Zugriff 6.2.2018.
  2. Mathers, CD und Loncar, D, Projections of Global Mortality and Burden of Disease from 2002 to 2030. PLoS Med, 2006; 3:e442.
  3. Lungenärzte im Netz, COPD – Häufigkeit; www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/copd/haeufigkeit. Letzter Zugriff: 8.2.2018.
  4. Lungeninformationsdienst, COPD - Risikofaktoren; www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/risikofaktoren/index.html. Letzter Zugriff: 23.2.2018.
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