Behandlungsmethoden
Zwar können Empyseme nicht geheilt werden, aber in vielen Ländern außerhalb der USA gibt es jetzt eine relativ neue Behandlungsmethode, die als endobronchiale Lungenvolumenreduktion (ELVR) bezeichnet wird. ELVR kann Emphyseme zwar nicht heilen, aber bei geeigneten Patienten zur Linderung der Symptome und zur Verbesserung der Atmung beitragen. ELVR verbessert die Lungenmechanik, wodurch die Patienten sich oft weniger kurzatmig fühlen und sich mehr physische Aktivität zutrauen. Dies fördert ihre Unabhängigkeit, verbessert den Gesundheitszustand allgemein und vermittelt eine positivere Lebenseinstellung.
Bei der endobronchialen Lungenvolumenreduktion handelt es sich um ein nicht-chirurgisches Verfahren zur Reduzierung der übermäßigen Dehnung der erkrankten Lunge, wodurch gesündere Lungenbereiche sich ausdehnen können, damit es dem Patienten besser geht. Pulmonx bietet eine diagnostische und eine therapeutische Lösung für die Patienten an. Unser Diagnoseinstrument, das Chartis®-Lungenbewertungssystem, dient zur Ermittlung der Patienten, die vermutlich gut auf ELVR ansprechen werden, und unser therapeutisches Produkt, das Zephyr®Endobronchialventil, dient zur Durchführung des ELVR-Verfahrens. Das Zephyr-Ventil ist in Europa und anderen Märkten seit einigen Jahren im Handel erhältlich und wurde weltweit für die Behandlung von über 1.000 Patienten erfolgreich angewendet.
Abgesehen von hochriskanten chirurgischen Verfahren, die nachfolgend ausführlich erörtert werden, gibt es derzeit keine anwendbaren Behandlungsmethoden für Emphysempatienten, durch die die Grunderkrankung der Lunge rückgängig gemacht oder die Krankheit geheilt werden kann. Lungenfachärzte, die in der Regel an Emphysemen leidende Patienten behandeln, führten bisher eine medizinische Therapie durch oder überwiesen die Patienten an Spezialchirurgen. Diese Behandlungsmethoden werden nachfolgend näher erläutert:
Medizinische Behandlung. Die vorrangige Behandlung der weitaus meisten Emphysempatienten besteht in einer medizinischen Therapie, die darauf abzielt, die verbleibende Lungenfunktion zu maximieren und Begleiterkrankungen wie Herzkrankheit, Asthma und Bronchitis zu behandeln. Zu der Behandlung gehört auch das Einatmen von zusätzlich zugeführtem Sauerstoff, pulmonale Rehabilitation und das Beenden des Rauchens. Sauerstoffbehälter kommen routinemäßig zum Einsatz, um die Kurzatmigkeit von Emphysempatienten besonders im späten Krankheitsstadium zu verbessern. Programme zur pulmonalen Rehabilitation, beispielsweise Belastungstraining, können die Kurzatmigkeit verringern, indem sie den kardiopulmonalen Zustand des Patienten verbessern. Diese Programme zur pulmonalen Rehabilitation und zum Beenden des Rauchens werden Patienten angeboten, aber der Erfolg hängt in hohem Maße von der Mitwirkung der Patienten (Compliance) ab. Ferner können verschreibungspflichtige Medikamente wie Bronchodilatoren und Steroide zum Inhalieren angewendet werden, um andere mit dem Emphysem zusammenhängen Zustände wie Bronchitis und Asthma zu lindern. Diese Behandlungsmethoden können die Symptome lindern, und ein Beenden des Rauchens kann den Krankheitsfortschritt verlangsamen, aber keine dieser Maßnahmen kann die Grundschädigung der Lunge infolge des Emphysems rückgängig machen.
Lungentransplantation. Eine Lungentransplantation kommt nur für sehr wenige Patienten mit fortgeschrittenem Emphysem infrage. Diese Operation wird in der Regel als letztes Mittel bei irreversiblem Lungenversagen infolge von Krankheiten wie Emphysem, Lungenfibrose, zystische Fibrose und pulmonaler Hochdruck angewendet. Nach Angaben des United Network for Organ Sharing warteten Ende 2005 3.139 Menschen in den USA auf eine Lungentransplantation, und nur 1.405 erhielten 2005 tatsächlich eine Spenderlunge. Laut der International Society of Heart Lung Transplant machten 2005 Transplantationen für Emphysempatienten in Nordamerika nur 28,9 % aller Lungentransplantationen aus. Einer Lungentransplantation als vorrangige Behandlung bei Emphysemen stehen mehrere Einschränkungen entgegen. Dazu gehören: Mangel an Spenderlungen, hohe Kosten, Risiken der Operation, restriktive klinische Kriterien, die ältere Patienten ausgrenzen, und die Notwendigkeit, dass der Patient zur Vermeidung einer Abstoßung des Organs auf Dauer immunosuppressive Medikamente einnehmen muss.Lungenvolumenreduktions-Chirurgie (LVRS). Die chirurgische Reduktion des Lungenvolumens hat sich als wirksame Behandlungsmethode für Emphysempatienten erwiesen. Die Lunge besteht aus fünf Lappen, drei im rechten und zwei im linken Lungenflügel. Ein Durchschnittsmensch verfügt über eine erhebliche überschüssige Lungenkapazität und kann daher in der Regel auch funktionieren, nachdem Teile der Lunge durch Krankheit zerstört oder operativ entfernt wurden. Bei einem LVRS-Eingriff wird der übermäßig ausgedehnte erkrankte Teil der Lunge entfernt, sodass die übrigen gesünderen Lungenbereiche normaler funktionieren können. Die Studie mit der Bezeichnung National Emphysema Treatment Trial (NETT) war eine 1996 gestartete und fünf Jahre dauernde bahnbrechende Studie, in der die kurz- und langfristigen Risiken und Chancen der LVRS-Methode bei der Behandlung schwerer Emphyseme ermittelt wurden. Dabei wurden auch die hohen Risiken dieser Methode deutlich, etwa die hohe Morbidität und eine Frühmortalitätsrate von 5,2 %. Abgesehen davon ist das Verfahren teuer und bedeutet einen langen Krankenhausaufenthalt. Folglich wird LVRS nicht oft angewendet, und 2007 wurden nur 104 Medicare-Patienten in den USA mit LVRS behandelt, gegenüber 458 Patienten zwischen Januar 2004 und September 2005.





